|  dérive 69  |  News  |  Verkauf  |  Links  |  Impressum  |  Backlist  |  Autoren  | Ausgabe |
Wednesday, 1. January 2020:
laboratoire dérive - Forschungsreisen international

In den 1990er Jahren von der iwi entertainment group aus der Taufe gehoben, die später maßgeblich für die Gründung von dérive – zeitschrift für stadtforschung verantwortlich zeichnete, macht laboratoire dérive die Stadt zum Forschungsobjekt. Inspiriert von der Situationistischen Internationalen und den Theorien Guy Debords sowie der Idee der *Psychogeographie, bestimmt der Zufall die Richtung des ziellosen Driftens, geleitet von Plätzen, Straßen und Orten selbst. Es gibt nichts und alles zu erforschen, in einem weitgehend planungs- und erwartungslosen Zustand.

Dokumentiert wird die urbane Forschungsreise in frei wählbaren Formaten von Wort, Bild, Ton. Die Ergebnisse sollen anderen laboratoire-dérive-ForscherInnen durch Veröffentlichung zugänglich gemacht werden. Ab Herbst 2011 beginnt der Aufbau der internationalen laboratoire dérive-Datensammlung auf der neuen Urbanismus-Plattform www.derive.net.
Die laboratoire dérive-Methode ist unter Creative Commons Bedingungen frei verfügbar, ebenso sollen die Ergebnisse als Creative Commons in der laboratoire dérive-Datenbank gesammelt und veröffentlicht werden, um gemeinsam ein kontinuierlich anwachsendes, internationales Gedächtnis der "Stadt" zu formen. Infos und Forschungsergebnisse bitte an: laboratoire(a)derive.at

Forschungsbeispiele aus den laboratoire dérive Archiven:
http://www.flickr.com/photos/derivemagazin/collections/
http://www.youtube.com/user/derivemagazin


LABORATOIRE DÉRIVE SPIELREGELN

1. BILDET FORSCHUNGSGRUPPEN
Maximal 5-7 Personen schließen sich an einem beliebigen Knotenpunkt des öffentlichen Verkehrs zu einer Forschungsgruppe zusammen. Benötigte Utensilien: Würfel, Tagesfahrschein, Notizblock, variable Dokumentationsmittel (Foto, Film, Audio, Notizbuch, Skizzenblock, Online-Medien, etc.)

2. DOKUMENTIERT MIT ALLEN MITTELN
Die Aufgaben der Dokumentation werden unter den TeilnehmerInnen verteilt: Protokoll, Fotografie, Film, Audio, Skizze, Text, etc. Neben der genauen Aufzeichnung von Zeitpunkt, Forschungsgruppe und Strecke besteht freie Wahl, was dokumentiert wird. Bestenfalls wird die Reise von allen TeilnehmerInnen individuell erfasst.

3. LASST DIE WÜRFEL ENTSCHEIDEN
Die vorhandenen Verkehrsmittel und -linien am Ausgangsort bekommen einen Würfelwert von 1-6 zugeordnet. Nach Bedarf wird nun z.B. als 1. das Verkehrsmittel (U-Bahn, Straßenbahn, Bus, etc.), 2. die Linie und 3. die Anzahl der zu fahrenden Stationen per Würfel ermittelt. Die Reise beginnt.

4. ERGEBT EUCH DER *PSYCHOGEOGRAPHIE
Nach Verlassen des Verkehrsmittels überlässt sich die Forschungsgruppe der psychogeographischen Wirkung der vorgefundenen Umgebung. Der neugierige Blick wird zum Wegweiser der umher schweifenden Erkundung. Die Gruppe entscheidet, wann und wo die Fahrt fortgesetzt wird, idealerweise mit einer neuen Linie oder einem anderen Verkehrsmittel. Stehen mehrere zur Wahl, entscheiden die Würfel, ebenso wie über die Anzahl der Stationen. Dieses Prinzip wird so lange fortgesetzt, bis die Gruppe die Forschungsreise für beendet erklärt.

5. TEILT EURE FORSCHUNGSERGEBNISSE
Das entstandene Dokumentationsmaterial wird gesammelt und zusammengestellt, die erforschten Wegstrecken erfasst. Recherchen im Nachhinein sind erwünscht. Die Forschungsreisen werden ab Frühjahr 2011 auf www.derive.at veröffentlicht. Die so anwachsenden laboratoire-dérive-Einträge formen ein internationales Netzwerk angewandter Stadtforschung und bilden in Summe ein multidimensionales Gedächtnis der Stadt.

ALLE MATERIALIEN ZUR VERÖFFENTLICHUNG BITTE AN laboratoire(at)derive.at


* Psychogeography is the study of the effects of geographical setting, consciously managed or not, acting directly on the mood and behaviour of the individual. Psychogeography research is carried through non-scientific methods such as the dérive – aimless drifting through the city, trying to record the emotions given by a particular place. // Nottingham Psychogeographical Unit. What is Psychogeography?

Bikes and Rails

Wir, die Baugruppe Bikes and Rails, wollen als nachbarschaftliche Gemeinschaft selbstorganisierten Wohn- und Arbeitsraum schaffen. Wir möchten ökologisch, sozial und ökonomisch nachhaltiges Wohnen, Leben und Arbeiten in der Stadt ermöglichen und damit Teil eines zukunftsweisenden gesellschaftlichen Wandels werden. Wir alle lieben und leben einen rad-mobilen Lebensstil. Wir schätzen das Fahrrad als perfekte und kostengünstige urbane Mobilitätsform und möchten aktiv dabei mithelfen, Stadt und Rad als logische Kombination für Viele zu etablieren. Gelebte Solidarität und gesellschaftspolitische Verantwortung über das Wohnprojekt hinaus sind für uns zentrale Werte.

Ökologisch wird Bikes and Rails als Holzriegelbau im Passivhaus-Standard mit kompakten und flexiblen Wohnungsgrundrissen umgesetzt. Unser Fahrrad-Schwerpunkt und die zentrale Lage am Hauptbahnhof Wien ermöglichen eine umweltbewusste und ressourcen-schonende Mobilität im Alltag.
Sozial streben wir eine Balance zwischen Individualität, Begegnung und Gemeinschaft an, die wir in einem gleichberechtigten, kollektiv und solidarisch organisierten Miteinander entwickeln wollen. In unserer gemeinsam mit Flüchtlinge Willkommen entwickelten WG entsteht Wohnraum für Geflüchtete und Studierende. Unsere Gemeinschaftsflächen im Erdgeschoß sollen ein Wohnzimmer für die Nachbarschaft werden und stehen kulturellen, sozialen und politischen Initiativen im Bezirk zur Verfügung.
Ökonomisch ist uns die Schaffung eines spekulationsfreien und langfristig bezahlbaren Wohn- und Aktionsraums ein zentrales Anliegen. Das Haus wird als Gemeinschaftseigentum ohne Verwertungsmöglichkeit verwaltet und damit dem Immobilienmarkt entzogen werden. Um dieses Ziel zu erreichen sind wir Teil des habiTAT – Mietshäusersyndikat Österreich.