Foto: oregonDOT
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Die Sicherheitspolitik der Städte kennt verschiedene Akteure, zu denen neben der staatlichen Polizei und den kommunalen Ordnungsdiensten zunehmend auch bürgerschaftlich verbrämte Wut- und Wehrdienste gehören, die ihre Vorstellungen von Sicherheit in den urbanen Raum ebenso einschreiben, wie kommerzielle Sicherheitsdienste, die von einem enorm stark wachsenden Sicherheitsmarkt profitieren und genährt werden.

Während in der sozialwissenschaftlichen Auseinandersetzung gern darum gestritten wird, ob wir es mit einer präventiven Wende oder doch mit einem punitive turn zu tun haben, werden die staatlichen Kontrollagenturen ebenso wie ihre kommerziellen Partner präventiv aufgerüstet – um, wo nötig, repressiv zuzuschlagen. Durch die Berichterstattung über die Tötung von Michael Brown durch einen Polizisten in der US-amerikanischen Kleinstadt Ferguson wurde für MedienkonsumentInnen deutlich, welche Dimensionen diese Aufrüstung mittlerweile erreicht hat. Überbordende Polizeieinsätze mit erstaunlichem technischem, logistischem und personellem Aufwand gegen Demonstrationen und Hausbesetzungen (Akademikerball, Pizzeria Anarchia) kennen wir aus den letzten Monaten aber auch aus Wien.

Zur Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung sowie der Absicherung von Macht- und Einflusssphären – so lässt sich vorerst zusammenfassen – sind die urbanen Eliten bereit, alle demokratiepolitischen und darüber hinausreichenden Register zu ziehen. Der Vortrag wird diese Entwicklungen einordnen und illustrieren.

Volker Eick ist Politikwissenschaftler in Berlin. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören urbane Sicherheitsregime, lokale Governance-Konzepte und lokale Beschäftigungspolitik. Jüngste Veröffentlichungen: Urban (In)Security. Ottawa, ON 2014 (Hg., mit K. Briken); »Management of Misery. Nonprofits in der lokalen Ordnungsarbeit«. In: P. Herrmann/P. Szynka (Hg.), Durchbrüche ins Soziale. Wien 2014; »Ein pazifiziertes Berlins?«. In: A. Holm (Hg.), Reclaim Berlin. Soziale Kämpfe in der neoliberalen Stadt. Berlin 2014.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Wien Museum.

Erreichbarkeit: U1, U2, U4 Karslplatz Ausgang »Resselpark«