Jacques Rivette: le Pont du Nord, 1981, Foto: © Sammlung Österreichisches Filmmuseum
Jacques Rivette: le Pont du Nord, 1981, Foto: © Sammlung Österreichisches Filmmuseum

Guy Debord Sur le passage de quelques personnes à travers une assez courte unité de temps (1959) Kamera: André Mrugalski. s/w, 20 min, Frz. OmdU

Jacques Rivette Le Pont du Nord (An der Nordbrücke) (1981) Drehbuch: Rivette, Bulle & Pascale Ogier, Jérôme Prieur, Suzanne Schiffman; Kamera: Caroline Champetier, William Lubtchansky; Musik: Astor Piazzolla; Darsteller: Bulle Ogier, Pascale Ogier, Pierre Clémenti, Jean-François Stévenin. Farbe, 128 min, Frz. OmdU

Ausflug nach Paris, Teil 2: Im Anschluss an Klaus Ronnebergers Vortrag präsentiert dieses Programm die Werke zweier französischer Filmemacher, die parallel zueinander (also ohne Berührung) rätselhafte, widerspenstige Kino- und „Stadtpläne“ entwarfen. Debord und Rivette gehörten in den 50er- bis 70er-Jahren konträren Lagern der Pariser Szene an, aber ihre beiden Filme erzählen von einer Lust, die sie teilten. Sie wollten Schnittpunkte erfassen: z. B. zwischen der äußeren Transformation einer Stadt und den Biografien ihrer Bewohner, die sich in solchen Übergängen neu schreiben lassen; zwischen einer unablässigen Vorwärtsbewegung und der Trauer über Verschwundenes; zwischen Zärtlichkeit und Zorn. Debords filmisches Gedicht über die Geburt des Situationismus und Rivettes improvisiert-phantastisches Szenario vor dem Hintergrund der urbanen Umwälzungen um 1980 (samt Nachhall der Ära von Revolte und Terrorismus), geben eine Ahnung von den Bewegungen, die Stadt auch im Inneren der Menschen hervorbringt. (Alexander Horwath)

Gestaltet vom Österreichischen Filmmuseum und dem Ludwig Boltzmann Institut für Geschichte und Gesellschaft.