Grasp The Nettle
Grasp The Nettle

2007 in West London: Eine bunt zusammen gewürfelte Gruppe von Recht-auf Stadt-AktivistInnen versucht außerhalb der Logiken und Strukturen der Konsumgesellschaft eine alternative Gemeinschaft aufzubauen: Sie nimmt eine lange Zeit verwilderte Brachfläche zwischen den Häuserschluchten im Westen Londons in Beschlag, um das Öko-Dorf Kew Bridge zu gründen. Als dieser Commons-Raum beginnt Stück für Stück zu wachsen, schließt sich der Filmemacher Dean Puckett der Gemeinschaft an und dokumentiert das Leben und Tun der Beteiligten. Doch das neu errungene Utopia währt nicht ewig: Eines Tages müssen die Zelte, Gemüsebeete, Abende am Lagerfeuer den Baggern weichen. Viele der AktivistInnen sind jedoch schon weitergezogen, mitten ins Herz der Stadt: Sie besetzen den Parliament Square und gründen dort das Democracy Village. In ihren Reihen befinden sich unterschiedlich orientierte Aktivistinnen, Visionäre, Obdachlose, Enthusiasten und Exzentriker, die bei ihrem Ringen um die Ideale von Freiheit nicht nur mit den Londoner Autoritäten in Konflikt geraten, sondern auch untereinander.

Grasp the Nettle führt uns auf eine ebenso inspirierende und amüsante wie manchmal erschütternde und desillusionierende Reise, die von urbaner Landwirtschaft bis zu Anti-Kriegs-Engagement führt. Das Resultat ist ein kraftvoller Film, der sich liebevoll der Utopie einer anderen Gesellschaft nähert, aber auch von den möglichen Fallstricken des aktivistischem Engagements erzählt und der Schwierigkeit, das Richtige im Falschen zu tun. Mit seinem Blick aus dem Inneren einer Bewegung gelingt Dean Puckett mit Grasp the Nettle ein intensives Porträt der Schönheit und Schwierigkeit des Versuchs, ein gemeinschaftliches Lebensmodell entstehen zu lassen.

Grasp the Nettle TRAILER from Paco Sweetman on Vimeo.

Im Anschluss an das Screening Filmgespräch mit Regisseur Dean Puckett.

Kostenbeitrag: Freie Spende!

Erreichbarkeit: U3, U4, S-Bahnen, Landstraße-Wien Mitte

Dean Puckett
ist Dokumentarfilmer und Cutter aus Großbritannien. Seine Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet und weltweit auf Festivals gezeigt.