Foto: G. Kraftschik / CC-BY
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Angesichts wachsender sozialer Ungleichheit nimmt die Schuldzuweisung an unerwünschte gesellschaftliche Gruppen stetig zu. Das subjektive Sicherheitsgefühl der einen bedeutet eine existentielle Bedrohung für die anderen. Besonders davon betroffen sind BettlerInnen, die uns täglich im öffentlichen Raum begegnen. Für viele Menschen bietet Betteln die einzige Möglichkeit, Geld zu verdienen und damit ihre Existenz zu sichern. Für das Überleben sind sie auf den Kontakt mit GeberInnen angewiesen. Diese direkte und freiwillige Hilfeleistung sollte ohne staatliche Einmischung stattfinden können. Leider sieht die Realität anders aus. In öffentlich-medialen Diskussionen werden BettlerInnen als Bedrohungsszenario dargestellt, ihnen wird vorgeworfen, dass sie mafiösen Strukturen angehören oder Opfer von Menschenhandel sind. Statt die Armut zu bekämpfen, werden die Armutsbetroffenen kriminalisiert. Ein Diskurs, der nicht nur viele GeberInnen in ihrer Haltung zum Betteln verunsichert, sondern auch drastische Folgen für die Betroffenen zeigt: Die versuchte Durchsetzung von Bettelverboten in immer mehr Städten, die polizeiliche Vertreibung von BettlerInnen aus dem öffentlichen Raum und ihre Belegung mit hohen Geld- oder Haftstrafen. Mittlerweile liegen unzählige Berichte von BettlerInnen dazu vor - beklemmende Dokumente dieser Vertreibungspraxis auf Wiens Straßen.

Die Bettellobby Wien lädt mit Performance-Parcours, Erzählcafé und musikalischer Tischgesellschaft dazu ein, sich ein eigenes Bild zu machen und Informationen zur Alltagsrealität von BettlerInnen direkt von den Betroffenen zu erhalten. Der geführte Parcours am Karlsplatz und Umgebung gewährt Einblicke in die prekäre Lebenssituation und die alltägliche Praxis der Vertreibung aus dem öffentlichen Raum. Beim anschließenden Erzählcafé im Mobilen Stadtlabor sprechen BettlerInnen über ihr Leben, bevor gemeinsam die Tischgesellschaft mit Essen, Trinken, Musik und Gesprächen eröffnet wird.

Foto: Bettellobby Wien
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Bettellobby Wien
Die Bettellobby Wien verteidigt das Grundrecht auf Betteln und kämpft gegen Vorurteile, falsche Medienberichte und rassistische Hetze.