Rudolf Zabrana
Rudolf Zabrana

Abseits des Straßennetzes schlummert in einigen Wiener Bezirken ein historisch gewachsenes Netz von Wegen, Höfen und so genannten Durchhäusern, die nicht nur kürzere, sondern auch attraktivere fußläufige Verbindungen bieten. Bei der dichten Parzellenstruktur der Inneren Landstraße (3. Bezirk) kommt diese Eigenheit besonders zum Tragen, da überlange Häuserblöcke – wie schon Jane Jacobs anmerkte – leicht zur Verödung von Straßenzügen und Gebieten führen. Diese Durchhäuser sind eine Landstraßer Spezialität, finden sich aber auch in den Bezirken Mariahilf und Neubau, und kennzeichnen viele langgestreckte Parzellen mit Hofhäusern: Sie ermöglichen kurze Verbindungswege von einer Straße zur anderen. Diese Hofdurchgänge oder Durchhäuser bildeten einst ein Netz von Fußwegen und dienten auch der Erschließung der Höfe. In Ansätzen sind diese Verbindungen noch vorhanden, werden basierend auf dem Bezirksentwicklungsplan und einer Verankerung in den Bebauungsplänen schrittweise wieder hergestellt und durch neue Fußwege ergänzt. Der Rundgang beleuchtet die kontinuierliche Arbeit am neuen/alten Wegenetz, berichtet über die Herausforderung, Bewohner- und EigentümerInnen vom Nutzen und den positiven Auswirkungen zu überzeugen, thematisiert rechtliche Fragen, soziale Auswirkungen und politische Strategien bei der Umsetzung des kooperativen Vorhabens. Die TeilnehmerInnen der Fußtour erhalten den aktuellen Fußwegplan speedy, der soeben mit dem VCÖ-Mobilitätspreis 2015 ausgezeichnet wurde und alle – auch weitgehend unbekannte – „Schleichwege“ im Bezirk Landstraße enthält.

Kostenbeitrag: Freie Spende!

Erreichbarkeit: U3, U4, S-Bahnen, Landstraße-Wien Mitte

Rudolf Zabrana
ist Experte für die Stadtentwicklungsgeschichte des 3. Bezirks, Architekt und stellvertretender Bezirksvorsteher Wien-Landstraße, an dessen Rand sich auch die urbanize! Festivalzentrale befindet.