Drei Jahrzehnte im Kreis
Worum es beim Konflikt um den Wiener Lobautunnel wirklich gehtDer Artikel analysiert den seit drei Jahrzehnten andauernden Konflikt um den Lobautunnel als Fall einer Wissens- und Legitimationskontroverse in der Infrastrukturplanung. Auf Basis einer Analyse politischer und planerischer Framings zeigt er, wie sich reformorientierte ökologische Positionen und ein reformresistenter Status quo gegenüberstehen. Mithilfe von Science and Technology Studies wird argumentiert, dass Infrastrukturen moralisch-politische Artefakte sind, die untrennbar mit Politik verschränkt sind. Der Lobautunnel wird als Symptom blockierter Transformation interpretiert. Der Text plädiert für experimentelle Formen legitimer Planung jenseits rein technokratischer Verfahren.
Sebastian Raho studierte an der London School of Economics, der Universität Wien und der Technischen Universität Wien. Beruflich ist er in den Bereichen Infrastruktur, Kommunikation und Policyanalyse tätig. Er schreibt auch literarisch.