Strategien der Konvivialität mit Matthias Zykan. Gemeinsames Essen im Auditorium der Angewandten, Mai 2026. Foto — Brigitte Felderer
Social Design als Programm?
Institutionelle Verantwortung am Beispiel des Social Design StudioDieser Beitrag beschreibt den Master-Studiengang Social Design – Arts as Urban Innovation an der Universität für angewandte Kunst Wien, kurz Angewandte, der 2012 gegründet wurde. ›Design‹ wird in diesem Studium diesseits vorgegebener Zuschreibungen gelehrt und gelebt, immer um reflexive Offenheit ringend, auf Festlegungen verzichtend. Ein verbindlicher Anspruch findet sich freilich in dem überzeugten Bestreben, gesellschaftliche Dringlichkeiten wahrzunehmen und auf diese einzugehen. Nur durch die kollektive Zusammenarbeit im Team in kritischer wie produktiver Distanz zu universitären Hierarchien können die Projekte im Social Design Studio so bearbeitet werden, dass die Universität gleichermaßen experimentellen Freiraum wie reflexiven Rückzug ermöglichen kann.
Brigitte Felderer ist Kuratorin und Leiterin der Abteilung Social Design-Arts as Urban Innovation. In ihren Projekten wie in der Lehre verfolgt sie transdisziplinäre und themenübergreifende Fragestellungen, beschäftigt sich mit der Kultur des Alltags und untersucht die vielfältigen Verbindungen zwischen Wissenschaft und Kunstbewegungen, Populär- und Hochkultur. Ihre Forschungsinteressen konzentrieren sich auf die emanzipatorischen Potenziale von Design und Kunst. Zu ihren jüngsten Projekten zählt die Ausstellung The Fest. Zwischen Repräsentation und Aufruhr, die 2022/23 im Wiener MAK zu sehen war.