» Texte / Vom Trafalgar Square ins Linzer Franckviertel

Paul Rajakovics

Paul Rajakovics ist Urbanist, lebt und arbeitet in Wien.


© Alexander Kurzwernhart
© Alexander Kurzwernhart

Zwei Ausstellungen im Architekturforum Oberösterreich in Linz nahmen ausgewählte Plätze in London und Linz unter die Lupe. Für die Ausstellung revisit: urbanism made in london wurden sechs verschiedene Plätze in London (Altab Ali Park, Arnold Circus, Parliament Square, Pavillion der Serpentine Gallery, Themse-Strand/South Bank und Trafalgar Square) von den TeilnehmerInnen recherchiert, dann analysiert und gegebenenfalls wurde an den Orten auch interveniert. Dabei dokumentierten die KünstlerInnen und ArchitektInnen den Gebrauchswert der Orte und deren Bedingungen über verschiedene Lesarten und haben diese für die Ausstellung transferiert. Neben Beiträgen der Londoner KünstlerInnen- und ArchitektInnengruppe muf sowie Peter Arlt, die gemeinsam die Ausstellung auch konzipiert haben, waren Arbeiten von Celine Coondorelli, Nicoline van Haskamp, muf mit Finn Williams, Public Works und Kaija Vogel/Peter Arlt zu sehen. Hans Kropshofer, der für die Ausstellungsgestaltung zuständig war, verknüpfte die Projekte quasi analog zu einem zusammenhängenden (U-Bahn)-Plan.

Die Projekte selbst versuchen auf verschiedenste Weise die juridischen und sozialen Ein- und Beschränkungen konkreter Orte über anachronistische und partizipative Methoden auszuloten. Im Falle von Nicoline van Harskamp wurden z.B. die aufwändigen Anmeldeformulare, die für die Veranstaltung von Demonstration ausgefüllt werden müssen, Teil des Projektes. Jedes einzelne Wort, das dafür auf ein Transparent geschrieben wird, muss genehmigt werden. So wurden von Nicoline van Harskamp 62 Anträge mit „medicine, pavement, government, usw...“ als Pendant zu ihrem Videoclip I’m On the Pavement Thinking About the Government in der Ausstellung präsentiert. muf hingegen, die auf dem Trafalgar Square und dem Arnold Circus arbeiteten, gehen stärker von bestehenden sozialen Aktivitäten aus, die dann Ausgangspunkt für direkte Interventionen sind. Alle Projekte gemeinsam formulierten einen sympathischen „travel guide“ von Aktionsfeldern und taktischen urbanistischen Zugängen an Hand konkreter Plätze in London.

Nach Redaktionsschluss begann und endete im afo die „lokale“ Fortsetzung der Ausstellung mit dem Titel revisit: Linz Franckviertel, die als Gemeinschaftsprojekt von Peter Arlt in Zusammenarbeit mit der Kunstuniversität Linz/Richard Steger und muf sowie Stadtteilarbeit „Leben im Franckviertel“entstanden ist. In dieser Ausstellung wurden mit StudentInnen die oben beschriebenen Erfahrungen auf ein lokales Feld übertragen. Konkret wurde die Frage gestellt: „Ist das Franckviertel schön?“

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Ausstellung
revisit: Urbanism Made in London
3. Februar bis 3. März 2007
afo – Architekturforum Oberösterreich

revisit: Linz Franckviertel 14. bis 24. März 2007
afo – Architekturforum Oberösterreich
Die Ausstellung wandert künftig durch das Franckviertel.

Weitere Informationen: www.afo.at


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