Barbara Holub

Barbara Holub ist Künstlerin und Mitglied von transparadiso, einer Platform für Architektur, Urbanismus und Kunst.

Paul Rajakovics

Rainer Ganahl


Vor vielen Jahren konnte man mit Rainer Ganahl gemeinsam Sprachen lernen. Das Lernen, die Sprache, das Unvermögen eine Sprache wirklich zu beherrschen waren Themen der künstlerischen Arbeit von Rainer Ganahl. Dabei waren es in erster Linie selten gesprochene, exotische Sprachen, die man gemeinsam mit dem Künstler erlernen konnte. Dadurch stellten sich Fragen zu Identität und dem damals sehr präsenten postkolonialen Diskurs. Die Beschäftigung mit Sprache führte zu Interview- und Workshopprojekten, die bis heute von Rainer Ganahl immer wieder erarbeitet werden. Zuletzt etwa das Projekt Triste, triste, triste — The paint dealer of Giorgio Morandi, das erst dieses Jahr entstanden ist.

Seit etwa 2006 ist das Thema Fahrrad ein weiterer fixer Bestandteil der Arbeiten Ganahls. Es begleitet ihn inhaltlich beispielsweise bei seinen Arbeiten zu Alfred Jarry, Karl Marx oder China. Bei dem Projekt Étant donné lässt sich der heute in New York lebende Künstler wie ein Märtyrer von vier Fahrrädern »auseinanderziehen« und nimmt mit dieser Arbeit auf ein Bild von Marcel Duchamp Bezug, das eine Frau in einer ähnlichen Körperhaltung zeigt.

Das in dérive vorgestellte Projekt ist eine manifesthafte Positionierung des Fahrrades für Neuhausen/Fildern (Baden Württemberg). Fahrradfahren wird hier zum politisch urbanen Manifest. Eine gelbe Sperrlinie trennt Auto- und Fahrradverkehr genau in der Mitte der Straße. Ein tatsächlich im Straßenraum durchgeführtes Projekt, wo 50 Prozent der Fahrbahn zu Bikeways erklärt werden. »Ein neues Zeitalter des Fahrrades hat begonnen«.

Seit 21. September kann man Rainer Ganahls Arbeit »Karl Marx Dressing UP« in der Ausstellung Don’t Smile. Vom Humor in der Kunst im Kunstmuseum Liechtenstein in Vaduz sehen.

Weitere Informationen:
http://www.ganahl.info


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